Fast vergessene Gaststätten und

Gaststätten mit langer Tradition

auf alten Ansichtskarten

Teil 2 - Umgebung der eigentlichen Stadt Brandenburg an der Havel

1904

Verlag: unbekannt, Foto: unbekannt

1920

Verlag: Graph. Verl.-Anst. G. m. b. H., Breslau, Foto: unbekannt

 1960

Verlag: VEB Bild und Heimat, Reichenbach, Foto: Müller, Böhlitz-Ehrenberg

Das Hotel "Zum Goldenen Stern" in Plaue, ein wunderschön verziertes Gebäude neben dem Rathaus von Plaue und mit langer Tradition, wurde zu DDR-Zeiten mit einer unschön und kalt wirkenden Fassade renoviert. Nach der Wende genügte es den Standards nicht mehr und verfiel. Heute ist der Stern schon lange untergegangen, das Gebäude wurde abgerissen.

Das ehemalige „Hotel zum Goldenen Stern“ wurde an der Stelle errichtet, an der man 1713-1730 in einer Manufaktur das braune Plauer „Porzellan“ fertigte.

 

1917

Verlag: Otto Habedank, Brandenburg a. H., Foto: Otto Habedank, Brandenburg a. H.

1916

Verlag: Otto Habedank, Brandenburg a. H., Foto: Otto Habedank, Brandenburg a. H.

 

1917

Verlag: Otto Habedank, Brandenburg a. H., Foto: Otto Habedank, Brandenburg a. H.

Das Hotel Schwazer Adler in Plaue befand sich in der Genthiner Straße 7. Es ist ein geschichtsträchtiger Ort. Seit etwa 1700 soll an dieser Stelle Gastronomie betrieben worden sein. Hier startete dann auch der Umzug zum Plauer Fischerjakobi. Einen Namen bekam diese Adresse um 1900 als "Voigt's Blumengarten". Belegt sind seit dieser Zeit mehrere Umnutzungen und Besitzerwechsel; Nutzungen als Café und Konditorei, auch ein Friseur und Fotograf sollen ansässig gewesen sein, im Krieg war es Parteilokal der NSDAP, dann geschlossen und ab 1947 ein Altersheim des Caritasverbandes. Die Altenpflege übernahmen Ordensschwestern des Marienkrankenhauses. Für die Schwestern wurde der Saal zur Kapelle umgebaut. 1991 gab der Caritasverband das Objekt auf und verkaufte es. Nur kurze Zeit war dann hier das Plauer Fischereimuseum untergebracht, musste aber wegen Einsturzgefahr bald wieder ausziehen. Heute stehen von dem Gebäude nur noch die Aussenmauern.

    

um 1930

Verlag: Otto Habedank, Brandenburg (Havel), Foto: Otto Habedank, Brandenburg (Havel)

Annonce aus: Brandenburg (Havel) - Ein Führer durch die Chur- und Hauptstadt und ihre Umgebung, Verlag J. Wiesike, Brandenburg (Havel) 1926

Das Kaffehaus Rühle in Plaue, heute bekannt unter dem Namen "Villa Lindenhof" hat die Zeiten überlebt und ist heute eine gute Adresse der Gastlichkeit. Auch die Architektur des Gebäudes hat ihren Charme behalten.

     

1944

Verlag: unbekannt, Foto: unbekannt

Auch in Göttin war man auf Ausflugsgäste vorbereitet, nur wenige 100 Meter von der Station der Brandenburgischen Städtebahn entfernt, nahe der Ortsmitte.

  

1906

Verlag: unbekannt, Foto: unbekannt

Bereits seit 1747 bestand in Wilhelmsdorf das Gasthaus "Zum Neuen Krug" als beliebtes Ausflugsziel. Mit Gestaltung des Krugparks neben dem Gasthaus ab 1825 durch den Schornsteinfegermeister Johann Gottfried Bröse erhielt Wilhelmsdorf ein weiteres Ausflugziel.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gasthaus umgebaut und als Schule weiter genutzt. Nach dem Neubau der Schule brauchte man dieses altehrwürdige Gebäude nicht mehr. Heute verfällt es zusehends.

         

Datum unbekannt

Verlag: unbekannt, Foto: unbekannt

1927

Verlag: unbekannt, Foto: unbekannt

Der Ort Wilhelmsdorf, als Kolonie gegründet, wurde 1937 ein Ortsteil von Brandenburg. Schon früh entwickelte sich dieser Ort zu einem Ausflugsziel der Brandenburger. Die Gaststätte "Zur Post" ist noch heute in Familienbesitz.

    

 

Datum unbekannt

Verlag: unbekannt, Foto: unbekannt

1907

Verlag: unbekannt, Foto: unbekannt  

Datum unbekannt

Verlag: unbekannt, Foto: unbekannt

Annonce aus: Brandenburg (Havel) - Ein Führer durch die Chur- und Hauptstadt und ihre Umgebung, Verlag J. Wiesike, Brandenburg (Havel) 1926

Das "Buhnenhaus" als beliebtes Ausflugsziel hat schon lange einen guten Namen und war und ist wieder bei seinen Besuchern beliebt. Zu DDR-Zeiten wurde es als HO-Gaststätte herunter gewirtschaftet und dann ganz aufgegeben. Lange leer stehend und schon stark verfallen fand sich in den 1990er Jahren ein Investor, der das gesamte Objekt liebevoll restaurieren ließ, um an alte gastronomische Traditionen anzuknüpfen.

Hier besteht auch die Möglichkeit, außer in der Winterszeit, mit der Fähre nach Neuendorf überzusetzen (auch für Autos) und auf die Ausflugsschifffahrt zu wechseln.

     

vor 1920

Verlag: Mitteldeutscher Kunstverlag F. Heberlein, Meerane i. Sa., Foto: unbekannt

um 1930

Verlag: Industrie-Fotografen Klinke & Co., Berlin., Foto: unbekannt

1962

Verlag: VEB Bild und Heimat, Reichenbach, Foto: Darr

1965

Verlag: unbekannt, Foto: unbekannt

1974

Verlag: VEB Bild und Heimat, Reichenbach, Foto: unbekannt

Die Gaststätte "Malge", am Breitlingsee gelegen, ist weit über die Grenzen Brandenburgs bekannt. Als Ausflugslokal hat sie eine lange Tradition und zieht heute wie früher Gäste aus Nah und Fern an. Gleichnamiger Zeltplatz und Marina ergänzen das gesamte Ensemble. Nach einigen Jahren Pause legen auch hier wieder Ausflugsschiffe an

  

1910

Verlag: Paul Petzold, Photogr.-Anstalt, Brandenburg a. H., Foto: unbekannt

Datum unbekannt

Verlag: Otto Habedank; Brandenburg (Havel), Foto: Otto Habedank

1954

Aufnahme: A. Waßerroth, Slg. H. M. Waßerroth

Überfall der Buckau an der Ausflugsgaststätte "Neue Mühle" (Privatfoto)

1954

Aufnahme: A. Waßerroth, Slg. H. M. Waßerroth

An der Buckau, Ausflugsgaststätte "Neue Mühle" (Privatfoto)

Die Gaststätte "Neue Mühle", entstand 1908 nachdem 1906 die alte Mühle und das Bäckereigebäude abgerissen worden waren. Die Neue Mühle entwickelte sich bald zu einem beliebten Ausflugsziel, wurde dann aber zu DDR-Zeiten stark vernachlässigt und zog immer weniger Gäste an. Nach der Wende abgerissen, eröffnete 1996 ein völlig neues und modernes Gasthaus "Neue Mühle" seine Pforten. Der erhalten gebliebene und unter Denkmalschutz stehende alte Wehrturm erinnert an die lange Geschichte dieses Flecken Erde im Brandenburger Neustädtischen Forst, geht doch die erste nachweisliche Erwähnung der Neuen Mühle bis in das Jahr 1368 zurück..

      

Datum unbekannt

Verlag: unbekannt,, Foto: unbekannt

1912

Verlag: unbekannt, Foto: unbekannt

um 1965

Verlag: unbekannt, Foto: unbekannt

1979
Verlag: Lichtbild-Schlncke KG, Zeitz, Foto: unbekannt

Das Ausflugslokal "Gränert" war beliebt, auch die Ausflugsschifffahrt steuerte dieses Ziel am Möserschen See an. Das Gebäude sollte Ende der 1980er Jahre als Ferienheim neu gebaut werden, doch die Wende überholte den Rohbau und er vegetierte dann viele Jahre vor sich hin. Inzwischen ist das Haus fertig und wird anderweitig genutzt.

 

1907

Verlag: J. F. in Brandenburg, Foto: unbekannt

Datum unbekannt

Verlag: Habedank's Postkartenverlag, Brandenburg (Havel),, Foto: unbekannt

1957 
Verlag: VEB Volkskunstverlag Reichenbach i.V., Foto: unbekannt

1962, Auflage 1971

Verlag: VEB Bild und Heimat, Reichenbach, Foto: Riedel, Potsdam

Anfangs Wohnhaus des Ziegeleibesitzers einer hier ansässigen Ziegelei, dann Umbau zur Schankstube. In Folge des Kanalumbaus nach 1870 wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts das Gebäude zum Ausflugslokal erneut umgebaut. Etwa Mitte der 1930er Jahre übernahm die Plauer Schützengilde das Gebäude. Nach dem Krieg von der HO übernommen, wurde hier an der alten Plauer Schleuse wieder die Ausflugsgaststätte "Seeblick". Auch die Ausflugsschiffe hatten hier einen Anlegesteg.

 

1907

Verlag: unbekannt, Foto: unbekannt

1909

Verlag: unbekannt, Foto: unbekannt

1935

Verlag: Habedank's Postkartenverlag, Brandenburg (Havel), Foto: unbekannt

Dorothee 1 und Dorothee 2 an der Anlegestelle Dorotheenhof

Datum unbekannt

Verlag: Habedank's Postkartenverlag, Brandenburg (Havel), Foto: unbekannt

1938

Verlag: Habedank's Postkartenverlag, Brandenburg (Havel), Foto: unbekannt

1977

Verlag: unbekannt, Foto: unbekannt

Auf der anderen Seite der Plauer Schleuse, am alten Plauer Kanal, befindet sich die Gaststätte zum "Dorotheenhof". 1848 als Schifferkneipe mit dazugehörigem Kommissionshandel gegründet, wurde aus ihr in den 1920er Jahren mit Eröffnung des neuen Plauer Kanals weiter südlich ebenfalls eine Ausflugsgaststätte. Willi Bittkow als Besitzer in dritter Generation ließ den großen Saal und eine Anlegestelle am Wendsee errichten und erwarb noch 2 Dampfer, Dorothee 1 und 2, für die Ausflugsschifffahrt.

Nach dem Krieg musste sich auch der "Dorotheenhof" den neuen Machthabern unterwerfen. Fortan führte die Konsum-Genossenschaft die Regie. Zwar eine begehrte Adresse unter den Konsumgaststätten wurde nur auf Verschleiß gefahren, was dann zur Grundsanierung von 1972 bis 1975 zwang. Nach der Wende ist es ruhiger geworden um den "Dorotheenhof". Das Konsum-Flair aus DDR-Zeiten konnte die Gäste nicht mehr begeistern. Nach Besitzerwechsel will man nun wieder in einer liebevoll renovierten und von Grund auf sanierten Ausflugsgaststätte an alte Zeiten anknüpfen.

 

1979 

Verlag: VEB Bild und Heimat, Reichenbach (Vogtl), Foto: Mohr, Berlin

um 1923

Verlag: Max Engel, Plaue (Havel), Foto: unbekannt

Annonce aus: Brandenburg (Havel) - Ein Führer durch die Chur- und Hauptstadt und ihre Umgebung, Verlag J. Wiesike, Brandenburg (Havel) 1926 

Klubhaus der Eisenbahner und Restaurant "Seegarten" an der Seegartenbrücke in Kirchmöser, ein imposanter Klinkerbau, stehen heute leer und harren einer ungewissen Zukunft. Für Ausflugsschiffe ist das auch kein lohnendes Ziel mehr. Der große Biergarten hat die besten Zeiten schon lange hinter sich. Gebaut wurde das ganze Objekt zusammen mit der damaligen Pulverfabrik als Offizierscasino mit Pension und nach dem ersten Weltkrieg von der Reichsbahn als Gasthaus verpachtet

 

1928

Verlag: unbekannt, Foto: unbekannt

Der Gasthof "Zur Stadt Rathenow" in Brielow hat die Zeiten überdauert, wurde in der DDR vollständig um- bzw. neugebaut und bekam dann den Namen "Zur Schwedenlinde". Auch diese Gaststätte gehört ab 2016 zu den ehemaligen Gaststätten der Umgebung Brandenburgs. Die Schwedenlinde schloss zum Ende 2015.

 

um 2000

Verlag: unbekannt, Foto: unbekannt

Das Café "Idyll" in Brielow war zu DDR-Zeiten ein Geheimtipp und hat die Zeit der Wende gut überlebt. Nach der Wende Stück für Stück ausgebaut und zum Restaurant erweitert, war es gerade in den Sommermonaten inmitten von vielem Grün sehr beliebt. Als aus Altersgründen ein Nachfolger gesucht und nicht gefunden wurde, folgte mit Geschäftsaufgabe die Schließung. 

 

Datum unbekannt

Verlag: unbekannt, Foto: unbekannt

Datum unbekannt

Verlag: unbekannt, Foto: unbekannt

Datum unbekannt

Verlag: unbekannt, Foto: unbekannt

Das Restaurant "Zur Erholung" in der verträumten Waldsiedlung Bohnenland, ursprünglich gegründet als Kolonie, unweit des Bohnenländer Sees ist schon lange Geschichte. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts eröffnet, war diese Gaststätte ein beliebtes Ausflugsziel der Brandenburger. 1962 schloss diese Gaststätte für immer ihre Pforten und heute wird das Gebäude als Wohnhaus genutzt. Auch die Eiche, ein weit bekanntes Naturdenkmal, gibt es nicht mehr. Sie wurde Opfer eines Sturmes.

   

1987

Verlag: VEB Bild und Heimat, Reichenbach, Foto: Wils, Lehnin

Butzow am Butzower See der Beetzseenkette gelegen, hatte eine Gaststätte "Zum Beetzsee". Mit der Wende kam auch das Aus für diese Gaststätte. Das Gebäude macht heute einen trostlosen Eindruck und steht leer.

 

1940

Verlag: unbekannt, Foto: unbekannt

um 1940

Verlag: unbekannt, Foto: unbekannt

1980

Verlag: VEB Bild und Heimat, Reichenbach, Foto: Kampmann, Berlin

1983

Verlag: VEB Bild und Heimat, Reichenbach, Foto: Kampmann, Berlin

Bollmannsruh stand schon immer für Ausflug und Restauration. Am Rande des Bagower Sees der Beetzseenkette gelegen und von Wäldern umgeben ein idealer Ort für eine Ausflugsgaststätte. Zu DDR-Zeiten ein Betriebsferienheim des Stahl- und Walzwerkes Brandenburg hatte es in der Nachbarschaft noch ein "Zentrales Pionierlager" der DDR-Jugendorganisation. Heute ist Bollmannsruh eine moderne Hotelanlage.

vers. 2.9.2. vom 30.07.2017

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© Harumi Michelle Waßerroth