Brücken in Brandenburg an der Havel und Umgebung

auf alten Ansichtskarten und Fotos

-Teil 1-

Brandenburg an der Havel ist reich an Brücken, schon auf Grund der Lage in der Niederung der Havel mit den zahlreichen Havelarmen. Brücken wurden auch notwendig zur Überquerung künstlich geschaffener Wasserläufe oder zur Kreuzung anderer Verkehrswege. Der Bau, aber auch die Unterhaltung von Brücken ist teuer. Da Brücken die Querung von Hindernissen erleichtern, orientiert sich die Anlage von Verkehrswegen an ihren Standort. Auch das Wirtschaftsleben profitiert von einer entsprechenden Infrastruktur. Das wiederum weckte schnell Begehrlichkeiten in kommerzieller wie in strategischer Hinsicht. Wer eine wichtige Brücke kontrolliert, kann z.B. Brückenzoll kassieren oder potentielle Feinde am Vormarsch hindern, weshalb im Laufe der Geschichte Brücken immer wieder zerstört oder unbrauchbar gemacht wurden.

Bei Weitem nicht von allen der vielen Brücken in Brandenburg gibt es historische Aufnahmen. Meist wurden nur die bekanntesten oder prägnantesten Brücken für Fotos in Szene gesetzt. Kleinere oder unscheinbare schafften es höchstens mal mit ins Bild zu kommen. Sie sind oder waren halt da, wo sie sind oder waren. Doch auch sie sind nicht minder wichtig. Ihr Fehlen würde ein Loch in das Verkehrsgefüge reißen.

    

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Die wohl am meisten fotografierte Brücke in Brandenburg an der Havel ist die Lange Brücke über die Havel und ihre Nachfolger. Die erste Brücke an dieser Stelle als Bindeglied zwischen der Altstadt und Neustadt Brandenburg ersetzte um 1230/1240 die ursprüngliche Fährverbindung zwischen beiden Städten. Im Laufe der Zeit lösten mehrere Holzkonstruktionen einander ab, bis 1892 eine Brücke mit eisernen Überbauten eröffnet, diese dann 1929 von der Jahrtausendbrücke als Stahlbetonkonstruktion abgelöst wurde. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges noch von sich zurückziehenden deutschen Truppen gesprengt, ist sie wieder aufgebaut und am 04.10.1947 ein zweites Mal feierlich dem Verkehr übergeben worden. Brückenschäden erforderten 1995/1996 einen erneuten Neubau, der dann am 04.12.1996 in der heutigen Form eingeweiht werden konnte.

  

Slg: H.M.Waßerroth, Foto: unbekannt

Die alte Lange Brücke vor 1892 als Holzkonstruktion

     

Slg. Waßerroth, Karte am 26.01.1909 gelaufen

Verlag: unbekannt, Foto: unbekannt

Lange Brücke um 1905

        

 

Karte 1916 gelaufen

Slg. Waßerroth, Verlag: unbekannt, Foto: unbekannt

Lange Brücke um 1910

     

Karte am 22.07.1913 gelaufen

Slg. Waßerroth, Verlag: unbekannt, Foto: unbekannt

Lange Brücke um 1910

  

Karte am 06.01.1919 gelaufen

Slg. Waßerroth, Verlag: unbekannt, Foto: unbekannt

Mühselig rumpelt Triebwagen Nr. 6 der elektrischen Straßenbahn über den klappbaren Teil der Langen Brücke

    

Slg: H.M.Waßerroth, Foto: unbekannt

War die Klappbrücke geöffnet, ging auf der Straße nichts mehr

     

Slg: H.M.Waßerroth, Foto: unbekannt

Ein Neubau der Brücke war unumgänglich, Bau der Jahrtausendbrücke 1929

        

 

Slg: H.M.Waßerroth, Foto: unbekannt

Festliche Eröffnung der Jahrtausendbrücke am 07.09.1929 zur Jahrtausendfeier der Stadt

  

Karte am 08.04.1930 gelaufen

Slg. Waßerroth, Verlag: unbekannt, Foto: unbekannt

Die Jahrtausendbrücke nach ihrer Verkehrsfreigabe

  

Karte 1942 gelaufen

Slg. Waßerroth, Verlag: unbekannt, Foto: unbekannt

Die Jahrtausendbrücke hieß dann auch mal so, was ein trauriges Erbe nach sich zog

  

Wiederherstellung der Jahrtausendbrücke nach ihrer Zerstörung vom 28.04.1945 zum Ende des Krieges

Slg: H.M.Waßerroth, Fotos: unbekannt

 

  

Karte nicht gelaufen

Slg. Waßerroth, Verlag: KONSUM Foku Magdeburg Abt. Verlag, Foto: unbekannt, Handabzug

Die wieder hergestellte Jahrtausendbrücke um 1960

      

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Wohl genau so oft prägte die Steintorbrücke über den heutigen Stadtkanal das Motiv von Ansichtskarten.

Erste Holzbrücken vor dem Steintor, daher der Name, der Stadtbefestigung der Neustadt Brandenburg waren Zugbrücken. Sie wurden später durch hölzerne Klappbrücken ersetzt. 1925 erfolgte ein Neubau der Steintorbrücke in Betonbauweise, um den gestiegenen Verkehrsanforderungen gerecht zu werden. In den letzten Tagen des Krieges wie die meisten Brücken Brandenburgs gesprengt, wurde sie in alter Form wieder aufgebaut und am 20.04.1946 dem Verkehr übergeben.

  

Karte nicht gelaufen

Slg. Waßerroth, Verlag: unbekannt, Foto: unbekannt

Die Steintorbrücke als Klappbrücke

  

Karte nicht gelaufen

Slg. Waßerroth, Verlag: unbekannt, Foto: unbekannt

Für die elektrische Straßenbahn musste die Klappbrücke verstärkt werden

  

Slg: H.M.Waßerroth, Foto: unbekannt

Feierliche Einweihung der Steintorbrücke am 01.11.1925

  

Slg: H.M.Waßerroth, Foto: unbekannt

Ein Bild der Zerstörung nach Ende des Zweiten Weltkrieges. Hier stand die Steintorbrücke, auch das Karee Jacobstraße/Große Gartenstraße/Kirchhofstraße mit Reuscherstraße war nur noch Schutt und Asche

        

Karte am 20.01.1961 gelaufen

Slg. Waßerroth, Verlag: VEB Bild & Heimat, Reichenbach, Foto: Darr

Die wieder aufgebaute Steintorbrücke 1960 mit sowjetischem Ehrenmal.

    

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Die St. Annenbrücke am südöstlichen Eingang zur Neustadt Brandenburg vor dem damaligen St. Annentor führte vom 1631 angelegten St. Annendamm über den früheren Stadtbefestigungsgraben zur Stadt. Sie war wie zu dieser Zeit üblich eine Holzbrücke. 1858 wurde sie als doppelte Klappbrücke (für jede Fahrbahn ein Klappenpaar) neu gebaut. Für den Betrieb der elektrischen Straßenbahn noch verstärkt, wurde sie dann 1912 durch einen Massivbau aus Eisenbeton ersetzt. Zum Kriegsende ist sie am 24.04.1945 vor den herandrängenden Russen gesprengt worden. Da die St. Annenbrücke aber nicht vollkommen zerstört wurde, konnten die Russen hier trotz heftiger Gegenwehr den Stadtkanal relativ leicht überqueren.

     

Karte am 03.05.1904 gelaufen

Slg. Waßerroth, Verlag: Reinicke & Rubin, Magdeburg, Foto: unbekannt

Die St. Annenbrücke noch zu Pferdebahnzeiten, deutlich sind die beiden Klappenpaare erkennbar

        

Slg: H.M.Waßerroth, Foto: unbekannt

Die St. Annenbrücke als Klappbrücke 1911 kurz vor ihrem Abbruch

   

Karte nicht gelaufen

Slg. Waßerroth, Verlag: Carl H. Odemar, Magdeburg, Foto: unbekannt

St. Annenbrücke um 1915

    

Karte gelaufen

Slg. Waßerroth, Verlag: unbekannt, Foto: unbekannt

St. Annenbrücke nach ihrem Neubau 1912

  

Slg: H.M.Waßerroth, Foto: unbekannt

Im Vordergrund die St. Annenbrücke als Behelfsbrücke 1945/46. Die heftigen Straßen- und Häuserkämpfe beim Erstürmen der Stadt in diesem Bereich haben von der einstigen Pracht der St. Annenstraße und Seitenstraßen nichts mehr übrig gelassen. Die Straßenbahn konnte die Notbrücke nicht befahren, die Schienen endeten kurz davor.

     

Karte am 03.12.1965 gelaufen

Slg. Waßerroth, Verlag: VEB Bild & Heimat, Reichenbach, Foto: Darr

Blick in die im Einheitsstil neu aufgebaute Friedensstraße, heute wieder St.-Annen-Str. mit Friedensbrücke, 1965

  

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   Die Luckenberger Brücke entstand erst 1890/91 als zweiter Havelübergang im Zusammenhang mit dem Bau der Luckenberger Straße. Sie war ein wichtiges Bindeglied zwischen den Stadterweiterungsgebieten Neuendorfer Vorstadt und Wilhelmsdorfer Vorstadt. Anfangs ebenfalls als Klappbrücke ausgeführt, entstand 1923 diese Brückenkonstruktion aus Beton. Sie wurde am 28.10.1923 eingeweiht. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges ist sie ebenfalls gesprengt, aber schon 1945 wieder hergestellt und am 09.12.1945 eröffnet worden.

Am 12.10.2001 war die Verkehrsübergabe der heutigen, neu erbauten Luckenberger Brücke.

Die Pferdebahn befuhr bis zu ihrer Betriebseinstellung die Klappbrücke, die elektrische Straßenbahn konnte die neue Luckenberger Brücke erst nach Neubau der Gleisanlage in der Bauhofstraße und Weiterführung direkt zum Nikolaiplatz 1928 nutzen. Diese Maßnahme wurde durch den geplanten Neubau der Jahrtausendbrücke notwendig.  

    

Slg: H.M.Waßerroth, Foto: unbekannt

Die Luckenberger Brücke nach ihrem Neubau 1923

     

Slg: H.M.Waßerroth, Foto: unbekannt

Anfangs nutzte noch keine Straßenbahn die neue Luckenberger Brücke und die Pferdebahn befuhr nur bis 1904 die frühere Klappbrücke.

      

Karte nicht gelaufen

Slg. Waßerroth, Verlag: Trinks & Co. G. m. b. H., Leipzig, Foto: unbekannt

Die Luckenberger Brücke 1931

    

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Die ganz einfach nur als Kanalbrücke benannte Brücke über den Stadtkanal entstand im Zusammenhang mit dem Bau der Luckenberger Brücke als zweiter Havelübergang 1890/91. Wie alle Brücken über Schifffahrtswege in Brandenburg an der Havel wurde sie als Klappbrücke erbaut und hier auch wie die Steintor- und St. Annenbrücke mit zwei Klappenpaaren ausgerüstet. Die Pferdebahn nutzte diese Brücke für ihre Strecke durch die neue Bauhofstraße zum Nicolaiplatz. Für die elektrische Straßenbahn wurde die Klappbrücke nicht mehr ertüchtigt. Als der Bau der Jahrtausendbrücke geplant wurde entschloss man sich, als Ersatzstrecke für die Unterbrechung der Strecke in der Haupt-/Ritterstraße, die Kanalbrücke durch einen Massivbau zu ersetzen, um von der Bauhofstraße wieder zum Nicolaiplatz fahren zu können. Diese 1927/28 als Balkenbrücke aus Stahlbeton erbaute Kanalbrücke dient noch heute dem Verkehr. Den Zweiten Weltkrieg überstand sie relativ unbeschadet, ist aber langsam in die Jahre gekommen.

     

Slg: H.M.Waßerroth, Foto: unbekannt

Die Kanalbrücke am Verkehrshof der Straßenbahn und Elektrizitätswerk nach Inbetriebnahme der elektrischen Straßenbahn. Deutlich zu erkennen, dass bei Reparaturarbeiten am Holbohlenbelag der Brücke die Schienen der ehemaligen Pferdebahn bereits teilweise entfernt wurden.

        

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Die Gottfried-Krüger-Brücke, benannt nach ihrem Stifter Gottfried Krüger, ist eine kleine Brücke nur für Fußgänger. Auch sie hat eine Vorgeschichte.

Anfang der 1890er Jahre wurde eine Uferstraße entlang des heutigen Heinrich-Heine-Ufers mit einer Brücke über den Pumpergraben geplant. Der Bau der Straße und auch der Brücke erfolgte aber aufgrund von Einsprüchen der Anlieger nicht. Nach Zukäufen von Grundstücken am linken Havelufer konnte die Stadt nach 1918 eine Grünanlage mit Promenadenweg anlegen. Für die Überquerung des Pumpergrabens baute man 1921 als Stahlkonstruktion mit Holzbohlenbelag eine Fußgängerbrücke. Ihre feierliche Einweihung fand am 08. Januar 1922 statt.

Den charakteristischen Bogen, der ihr im Volksmund den Namen "Bauchschmerzenbrücke" einbrachte, erhielt die Brücke wegen notwendiger Kahndurchfahrten zu am Ende des Grabens existierendem Kleingewerbe, u.a. der Mostrichmühle, die beliefert werden mussten.

Da der Kommerzienrat Gottfried Krüger die Mittel für den Brückenbau gestiftet hatte, wurde sie nach ihm benannt.

  

Karte am 28.01.1937 gelaufen

Slg. Waßerroth, Verlag: unbekannt, Foto: unbekannt

Die Gottfried-Krüger-Brücke 1937

    

Karte am 24.07.1973 gelaufen

Slg. Waßerroth, Verlag: VEB Bild & Heimat, Reichenbach, Foto: unbekannt

Blick voneder Gottfried-Krüger-Brücke über die Havel zur Johanniskirche 1969, zur leichteren Begehbarkeit des Brückenbogens der "Bauchschmerzenbrücke" wurden Treppenstufen angelegt.

   

Karte am 28.01.1977 gelaufen

Slg. Waßerroth, Verlag: unbekannt, Foto: unbekannt

Die Gottfried-Krüger-Brücke 1973

   

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Die Pumpergrabenbrücken des die Schillerinsel in der Grabenpromenade umfließenden Pumpergrabens sind zwei kleine Brücken im Zuge der die Schillerinsel kreuzenden Havelstraße vor der alten Stadtmauer der Neustadt. Der Pumpergraben war früher der äußere Wehrgraben der Stadtbefestigung der Neustadt Brandenburg.

        

Karte nicht gelaufen

Slg. Waßerroth, Verlag: unbekannt, Foto: unbekannt

Blick über die Schillerinsel zum Gorrenberg

       

Karte am 16.02.1902 gelaufen

Slg. Waßerroth, Verlag: J. Friedländer, Brandenburg a. H., Foto: unbekannt

Blick von der Schillerinsel die Havelstraße entlang nach Westen um 1900

     

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Die Fritz-Förster-Brücke über den Jakobsgraben bekam ihren Namen wohl schon im 16. Jahrhundert. Seine genaue Herkunft ist aber nicht eindeutig belegt. >Um das Jahr 1569 wurde ein sogenannter Kläterpot an dieser Stelle erwähnt. Nach damaligem Verständnis war damit ein Holzvoigt gemeint, der darauf zu achten hatte, dass die aus den Neustädtischen Wäldern kommenden Holzfuhren rechtmäßig waren und kein Diebstahl erfolgte. Nebenbei sollte er auch Sorge für das Neustädtische Waldrevier tragen. An der Brücke stand ein Torhaus, ein Vortor vor dem Steintor. Die nachfolgenden Häuser wurden dann Försterhäuser, bis sie ab 1828 als Dienstwohnungen der Förster in den Neustädtischen Forst bei Wilhelmsdorf verlegt wurden. Ab 1835 diente das Haus an der Brücke als Torkontrollhaus.

      

Slg: H.M.Waßerroth, Foto: unbekannt

Die Försterbrücke mit Jakobskapelle im Jahre 1872

     

Karte an 07.10.1901 gelaufen

Slg. Waßerroth, Verlag: R. Jacobs, Blankenburg-H., Foto: unbekannt

Die Jacobstraße mit Förster-Brücke im Vordergrund und der im Jahre 1892 um 11 Meter nach Westen verrückten Jakobskapelle, im Volksmund eher als "Verrückte Kapelle" bekannt, um 1900

  

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Die Büttelhandfaßgrabenbrücke in der Wilhelmsdorfer Straße an der Einmündung der Göttiner Straße, kein Postkartenmotiv, aber glücklicherweise doch auf Fotos erhalten, gibt es heute nicht mehr.

Der Büttelhandfaßgraben hat seinen Namen von der sich hier im Mittelalter befindlichen Hinrichtungsstätte der Städtischen Gerichtsbarkeit. Selbst in der Sage vom legendären Räuberhauptmann Habakuk Schmauch wird von dieser Hinrichtungsstätte berichtet. >Nach der Hinrichtung aber wusch sich der Scharfrichter die Hände in des 'Büttels Handfaß', einem in der Nähe vorbei fließenden Bache, dem Büttelhandfaßgraben.<

Zum Kriegsende 1945 wurde auch diese Brücke gesprengt. Die Straßenbahnschienen der Strecke zur Planebrücke waren aber nicht zerstört und wurden eiligst mit Brettern und Bohlen abgedeckt und dienten so der vor den Russen aus der brennenden Stadt gen Westen fliehenden Bevölkerung als Notbrücke. Nach der provisorischen Wiederherstellung der Brücke nach Kriegsende hatten die Russen hier einen Kontrollposten errichtet, um zu kontrollieren, wer in die Stadt rein wollte.

Der Büttelhandfaßgraben hatte in diesem Bereich keinen langen Bestand mehr. Anfang der 1950er Jahre wurde er hier zugeschüttet, die Brücke entfernt und ein Bahndamm für das Verbindungsgleis vom Altstadt Bahnhof zur Brandenburg-Belziger Strecke der Städtebahn aufgeschüttet. Genau an Stelle der Grabenbrücke entstand nun eine Eisenbahnbrücke über die Wilhelmsdorfer Straße. Die extrem schlechten Untergrundverhältnisse im ehemaligen Grabenverlauf bereiteten bei der Gründung der Widerlager der Eisenbahnbrücke große Schwierigkeiten.

    

Slg: H.M.Waßerroth, Foto: unbekannt

Blick über die Brücke über den Büttelhandfaßgraben in die Wilhelmsdorfer Straße in den 1930er Jahren

    

Slg: H.M.Waßerroth, Foto: unbekannt

Blick über die Brücke über den Büttelhandfaßgraben zur Wilhelmsdorfer Landstraße in den 1930er Jahren

    

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Die Brücke vor dem Rathenower Tor, heute als Brücke so nicht mehr erkennbar, überspannte ursprünglich den äußeren Stadtgraben der im Mittelalter angelegten Stadtbefestigung der Altstadt Brandenburg. Nach 1900 kam es zu grundlegenden Umgestaltungen der ehemaligen Anlagen der Stadtbefestigung. Die Wallstraße entstand bereits 1885 nach Abbruch der dortigen Stadtmauer, der äußere Stadtgraben wurde 1901 zugeschüttet und parkähnlich umgestaltet. Die Brücke am Rathenower Tor hatte ihre Funktion verloren und wurde später dann verfüllt, ist aber unter der heutigen Straßendecke noch erhalten. (Gleiches gilt für die Brücke am Plauer Tor.)

  

Karte am 02.08.1927 gelaufen

Slg. Waßerroth, Verlag: Gustav Weiss, Brandenburg a. H., Foto: unbekannt

>Die ehemalige Brücke gesehen vom Walther-Rathenau-Platz Mitte der 1920er Jahre

       

>Karte 1928 gelaufen

Slg. Waßerroth, Verlag: unbekannt, Foto: unbekannt

Das Rathenower Tor Mitte der 1920er Jahre

  

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Ursprünglich als Krakauer Brücke bezeichnet und erstmals 1216 urkundlich erwähnt, wurde in einer Urkunde von 1384 die Homeyenbrücke unter diesem Namen erwähnt. Der zunehmenden Schifffahrt auf der Havel Rechnung tragend entstand im Jahr 1574 an dieser Stelle eine hölzerne Zugbrücke. Später baute man dann eine Klappbrücke. Sie war die letzte Klappbrücke über die Havel in der Stadt Brandenburg und wurde erst 1936 durch einen Massivbau ersetzt, hatte aber nicht lange Bestand. In den letzten Kriegstagen 1945 ist auch sie gesprengt worden. Die wiederhergestellte Homeyenbrücke, eröffnet am 20.07.1946, wurde dann auf Grund ihres Alters und wegen gravierender Brückenschäden 2009 durch einen modernen Neubau (Stahlverbundbrücke) ersetzt und im Frühjahr 2010 eingeweiht.

   

 

Slg: H.M.Waßerroth, Foto: unbekannt

  Die Homeyenbrücke als Klappbrücke.

  

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  Die Schleusenbrücke an der Vorstadtschleuse in der Krakauer Vorstadt wurde notwendig, als von 1881 bis 1882 ein Durchstich von der Oberhavel zum Beetzsee mit der Vorstadtschleuse gebaut wurde. Ihren Namen bekam sie durch ihre Lage zur Schleuse. Die erste Brücke an dieser Stelle hatte in der Fahrbahn Klappen, die geöffnet werden konnten, wenn ein Segelkahn unter ihr durchfuhr. Durch den Bau der Schleppzugschleuse von 1906 bis 1909 neben der Vorstadtschleuse war auch eine Brücke mit viel größerer Spannweite erforderlich. Die neue stählerne Straßenbrücke überspannte nun beide Schleusen im Bereich der Oberhäupter.

Nach Reparatur der Kriegsschäden diente diese Brücke noch bis in die 1960er Jahre und wurde 1967 durch eine neue Spannbetonbrücke, die durch Höherlegung eine größere Durchfahrtshöhe gewährleistet, ersetzt.

In naher Zukunft soll die derzeitige Brücke zur weiteren Vergrößerung der Durchfahrtshöhe angehoben werden.

   

Karte nicht gelaufen

Slg. Waßerroth, Verlag: Gotthilf Erhard, Brandenburg-Havel, Foto: unbekannt

  Blick in die Schleusenkammer der 1883 eröffneten Vorstadtschleuse (Nordkammer). Rechts erkennbar die Schleusenkammer der 1909 neu errichteten Schleppzugschleuse (Südkammer).

     

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weiter zu Teil 2

       

  Für aktuelle Bilder der vielen Brücken in Brandenburg an der Havel empfehle ich die Homepage von Lutz Bär:

    http://lutz-baer.homepage.t-online.de/bruecken/thumb.html

(einfach auf den Link klicken)

vers. 2.1.1. vom 25.06.2016

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© Harumi Michelle Waßerroth